JenaKultur.
Eigenbetrieb der Stadt Jena
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07743 Jena
Kulturpreise & Stipendien
Birgit Liebold
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Werkleitung
Friedrun Vollmer
Carsten Müller
Jana Gründig
Walter Dexels Wirken in Jena hatte großen Einfluss auf das regionale Kulturleben. Nicht nur die Dexelsche Lichtsäule vor dem Stadtwerke-Hauptsitz in der Rudolstädter Straße ist ein Bekenntnis zu seinem Schaffen – seit 1997 wurde auch jährlich das Walter-Dexel-Stipendium vergeben
Nach so langer Zeit wurden nun die Grundsätze evaluiert und geschärft. Im Ergebnis wird nicht mehr von einem Stipendium gesprochen, sondern zutreffender von einer Walter-Dexel-Ehrung, die künftig alternierend in einem Walter-Dexel-Preis und einer Goldenen Kulturkarte besteht.
Walter Dexel (1890 bis 1973) – Maler, Werbegrafiker, Designer, Verkehrsplaner und Publizist – gab der Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts wichtige Impulse
Es ging ihm um die Durchsetzung guten Geschmacks und ästhetischer Prinzipien in der Alltagsgestaltung. Gerade auch in Jena, seinem langjährigem Wirkungsort, förderte er zudem durch Ausstellungen, Ankäufe und Publikationen moderne Künstler und deren Werke. Sein Einfluss auf die Akzeptanz für moderne Kunst und die Weiterentwicklung des regionalen Kulturlebens ist bis heute unumstritten.
Aus diesem Grund wurde seit 1997 jährlich das mit 5.000 Euro dotierte Walter-Dexel-Stipendium ausgelobt. Da das Preisgeld immer schon in einer Einmalzahlung bestand, wird nunmehr von einem Walter-Dexel-Preis gesprochen. Er soll der Unterstützung vorzugsweise jüngerer Künstler:innen (bis 45 Jahre) dienen, die sich durch die eigene künstlerische Tätigkeit nachhaltig, d. h. mindestens 3 Jahre, um die Entwicklung des künstlerisch-kulturellen Lebens Jenas verdient gemacht haben und mit einem professionellen künstlerischem Anspruch arbeiten, so überregionale Wirkung erzielen und auch nationalem Vergleich standhalten.
Der Preis, der herausragende künstlerische Leistungen mit überregionaler Strahlkraft würdigt, kann in allen künstlerischen Genres vergeben werden, beispielsweise Literatur, bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Architektur, neue Medien, Design, Fotografie, Film. Das Genre sollte in der Regel wechseln.
Weiterhin wird vor der Abstimmung der Jury der Bevölkerung die Möglichkeit eingeräumt, Vorschläge einzureichen, die in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Der Preis wird dann, beginnend 2024 in der Regel Ende jedes zweiten Jahres im Rahmen einer Festveranstaltung an den oder die Gewinner:in verliehen.
In den Zwischenjahren besteht die Möglichkeit, eine Goldene Kulturkarte zu vergeben. Sie soll vor allem Lebensleistungen eine:r/s Künstler:in, Kulturschaffende:n, "Kulturermöglicher:in" würdigen, die/der in und für die Stadt Jena lebt und gewirkt haben muss. Die Entscheidung über die Vergabe der Goldenen Kulturcard erfolgt durch den Werkausschuss von JenaKultur, wobei dieser vom Kulturausschuss beraten werden soll.
Sie wird befristet für zwei Jahre vergeben und danach symbolisch weiter gereicht. Sie ermöglicht kostenfreien Eintritt zu folgenden JenaKultur-Veranstaltungsformaten: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen.
Friedrich Herrmann gewann 2015 in Gera die thüringischen und 2017 in Dresden die sächsischen Landesmeisterschaften im Poetry Slam. Er erreichte 2018 erstmals das Finale der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften in Zürich, wo er es auf den vierten Platz schaffte. 2019 wurde er deutschsprachiger Vize-Meister im Team-Wettbewerb und "deutschsprachiger Meister im Poetry Slam" im Einzelwettbewerb.
In Jena rief Friedrich Herrmann im Laufe der letzten 10 Jahre zahlreiche Veranstaltungen ins Leben, die die kulturelle Vielfalt in Jena prägen und bereichern und seitdem von einem begeisterten Publikum angenommen werden. So konnte er in den letzten Jahren weit über 20.000 Zuschauer:innen bei mehr als 130 verschiedenen Veranstaltungen begrüßen. Für diese reisen nicht nur die Besucher:innen von weit her an, sondern auch bekannte, namenhafte Gast-Poeten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.
Von der Presse wird Friedrich Herrmann gelobt als "Multitalent in Storytelling, Lyrik und Komik – rasant, tiefgründig, verspielt, mit Haltung und mit einem spitzbübischen Lächeln, hinter dem sich vorzüglicher Humor verbirgt."
Der im Jahr 1989 geborene Friedrich Herrmann hat sich um die Entwicklung des künstlerisch-kulturellen Lebens in Jena verdient gemacht und arbeitet stets mit einem professionellen Anspruch nicht nur an seinen eigenen Projekten, sondern bietet auch jungen Talenten aus Jena und darüber hinaus mit seinen Formaten und Workshops die Chance, aufzutreten, Feedback zu erhalten und sich zu verbessern.
Zudem wirkt er als Autor und gibt Seminare für kreatives Schreiben und Bühnenpräsenz mit Jugendlichen & Erwachsenen. Herrmann ist selbst als Veranstalter und Künstler im gesamten deutschsprachigen Raum und außerhalb unterwegs und schafft es, durch Kooperationen die Größen der Szene zu seinen Veranstaltungen nach Jena zu locken.
Die Jury, der Johannes Schleußner, Friedrun Vollmer, Tim Helbig und Dr. Jörg Vogel angehören, entschied am 11. Dezember 2024, dass er der erste Walter-Dexel-Preisträger der Stadt Jena 2024 werden soll.
Johannes Schleußner: "Jenas Kunstszene ist vielseitig, einzigartig und jung. Das zeigt auch ein Blick auf die imposante Liste aller Künstler:innen, die bereits seit 1997 unter dem Namen Walter Dexel geehrt wurden. Friedrich Herrmann fügt dieser Reihe ganz ohne Frage weiteren Glanz hinzu. Sein Engagement für die künstlerisch-kulturelle Entwicklung in Jena ist unermüdlich, nicht wegzudenken und verdient höchste Anerkennung. Der Walter-Dexel-Preis würdigt nicht nur seine herausragenden künstlerischen Leistungen, sondern auch seinen nachhaltigen Einfluss auf das kulturelle Leben in Jena."
Friedrun Vollmer: "Mit der Wahl von Friedrich Herrmann zollen wir zugleich einem noch jungen modernen Genre Wertschätzung. Ich bin überzeugt, dass Walter Dexel, der im Rahmen seiner Leitungstätigkeit beim Jenaer Kunstverein im frühen 20. Jahrhundert unter anderem Dada-Abende organisierte und als Werbegraphiker sicherlich einen guten Zugang zum Wort hatte, seine Freude an dieser performativen und selbstinszenierenden Wortkunst gehabt hätte. Zugleich danke ich denjenigen, die dazu beigetragen haben, eine so traditionsreiche Ehrung wie die mit dem Namen Walter Dexel, die schon seit fast 30 Jahren Künstler:innen Jenas würdigt, neu aufzustellen und aktuellen Erfordernissen anzupassen."
Friedrich Herrmann: "So kann ein Jahr starten. Ich habe mich riesig gefreut. Der Preis ist eine große Ehre. Ich würde das, was ich in Jena mache, auch ohne Auszeichnungen tun. Aber wenn so etwas dann noch oben drauf kommt, ist das umso schöner."
Die Preisverleihung fand am 27. Februar 2025 im Kassablanca Jena statt, dem wir sehr herzlich für die Unterstützung bei der Veranstaltung danken.
Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch eine ehrenamtlich arbeitende fünfköpfige Jury. Ihr gehören an:
Oberbürgermeister:in / Kulturdezernent:in der Stadt Jena
Vorsitzende:r des Kulturausschusses des Jenaer Stadtrates
Werkleiter:in des Eigenbetriebes JenaKultur
Vormalige:r Preisträger:in
und – fakultativ – zuätzlich ein:e jeweils wechselnde:r externe:r Kultur- und Kunstexpert:in, die Oberbürgermeister:in bestellt.
1997 Einhard Hopfe
1998 Ines Eck
1999 Klaus Wegener
2000 Anne Günther
2001 Manuela Schwarz
2002 Martin Neubert
2003 Jan Volker Röhnert
2004 Uwe Germar
2005 Sarah Jasinszczak
2006 Gerlinde Böhnisch-Metzmacher
2007 Martin Stiebert
2008 Robert Seidel
2009 Amira Shemeis
2010 Jana Gunstheimer
2011 Robert Krainhöfner
2012 Romina Voigt und Moritz Gause
2013 Friedemann Ziepert
2014 Sebastian Jung
2015 Thomas Sperling
2016 Antje Horn
2017 Thomas Eckardt
2018 Maximilian Lörzer
2019 David Cebulla
2020 Ralf Kleist und Philipp Schäffler
2021 Kathrin Groß-Striffler
2022 Tim Helbig
2023 Neukonzipierung von Stipendium in Walter-Dexel-Ehrung und Goldene Kulturkarte
2024 Friedrich Herrmann (Walter-Dexel-Ehrung)
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